Diakoninen

Die Weihe von Frauen zu Diakoninnen
Die Weihe von Diakoninnen in den frühen Griechisch und Syrisch sprechenden Diözesen war mit Sicherheit eine echte und sakramentale Weihe und war identisch mit der Weihe männlicher Diakone.

Die Weihezeremonie

Es wird heute auch von Bischöfen zugegeben, dass es in der alten Kirche Frauen als Diakoninnen gegeben habe. Doch, so argumentieren sie, sei diese Weihe keine sakramentale Weihe gewesen. Daher könne man zwar Diakoninnen für bestimmte Dienste ‚bestellen‘, aber man könne ihnen nicht die sakramentale Weihe geben. Dass diese Argumentation auf schwachen Beinen steht, zeigen folgende Beispiele:

 

  1. In den Weiheritualen wird die Ordination eines Diakons ebenso wie einer Diakonin als cheirotonia oder cheirothesia, dem griechischen Wort für „Handauflegung“ oder „Weihe“, bezeichnet.
  2. Sowohl der Diakon als auch die Diakonin werden durch den Bischof geweiht.
  3. Die Weihe von Diakonen oder Diakonissen findet vor dem Altar während einer Eucharistiefeier statt, und zwar in dem feierlichen Augenblick nach dem Hochgebet. Die so genannten niederen Weihen, wie das Lektorat oder der Subdiakonat, werden dagegen mit einfacher Handauflegung außerhalb des Altarraumes und auch nicht in einer Eucharistiefeier erteilt.
  4. Der Bischof weiht beide, indem er ihnen seine Hände auf das Haupt legt (die materia des Weihesakramentes)
  5. Der Bischof ruft den Heiligen Geist auf den Diakon und die Diakonin herab mit dem selben Anrufungsgebet „Empfange den Heiligen Geist . . .“ (die forma des Weihesakramentes).
  6. Sowohl der Mann, als auch die Frau, die für den Diakonat ausgewählt sind, warten auf den Stufen vor den Toren zum Altarraum stehend und werden dann zum heiligen Altar geleitet und dort durch den Bischof geweiht.
  7. Der Bischof spricht zwei Weihegebete, was ein Kennzeichen für höhere Weihen darstellt.
  8. Sowohl für den Diakon als auch für die Diakonin spricht der Bischof das ekphonese (= leise gesprochene) Gebet „Die göttliche Gnade . . . „, ebenfalls ein Kennzeichen der höheren Weihen.
  9. Durch die Anwesenheit des restlichen Klerus und des Volkes hat die Weihe öffentlichen Charakter.
  10. Sowohl der Diakon als auch die Diakonin empfangen die Stola als Zeichen für ihre kirchliche Stellung.
  11. Sowohl der Diakon als auch die Diakonin empfangen den Kelch zur Kommunion. Die Diakonin stellt den Kelch zurück auf den Altar.

Der vorliegende Text für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen ist in einigen wenigen wertvollen Manuskripten erhalten:

 

Es gibt einige kleinere Unterschiede, die aber das Wesen der Weihe nicht berühren.

Der sakramentale Charakter der Weihe von Frauen zu Diakoninnen ist unbestreitbar. Insbesondere sind die Weiheriten von Männern und Frauen nach Inhalt und Form identisch und sind ein Ausdruck der Intention des Bischofs zur Weihe der Person zu einem geistlichen Amt.

Das Konzil von Trient belegt sogar mit einem Banne, wer behauptet, dass einer den Heiligen Geist nicht empfangen habe, wenn er geweiht wird: „Wer behauptet, dass durch die Weihe der Heilige Geist nicht empfangen werde und dass der Bischof die Worte ‚Empfange den Heiligen Geist‘ daher umsonst spricht, oder dass durch diese Weihe der Charakter [des geistlichen Standes] nicht aufgeprägt werde . . . , der sei dem Bann verfallen.“ (Konzil von Trient, c. 4. Denz. 964)

3 Gedanken zu „Diakoninen

  1. anita, geschrieben am 01.01.2008, 19:58

    diakonin
    Hallo,
    ich finde wenn Frauen schon keine Priester werden dürfen dann wenigstens katholische Diakoninen. Ich werde immer neidisch wenn ich nur die Lesung lesen darf und der männliche Diakon z.b. auch Evangelium oder Wandlung etc.
    Also ich denke Frauen sollten wenigstens das Recht haben

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    • Michael, geschrieben am 04.04.2009, 01:46

      „…Evangelium oder Wandlung etc….“
      Diakone dürfen das Evangelium verkünden (so wie auch Wortgottesdienstleiter, die jedoch im Gegensatz zum Diakon nur dann das Evangelium verkünden dürfen, wenn sie den Wortgottesdienst leiten.) aber NICHT die Wandlung durchführen, da dieselbe dem Priester vorbehalten ist!

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      • Neid ist wohl nicht unbedingt der passende Beweggrund, wenn es um die Liturgie geht…

        Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

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