Die verheirateten Priester der römisch katholischen Kirche organisieren sich

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren die Priester, die um der Ehe willen ihr Amt nicht mehr ausüben durften, die „Verschwundenen“, die, die „untertauchen“ mussten und nicht einmal in Pfarren wohnen durften, wo man um ihr Priestersein wusste.

 

Die Kirche hat ihnen die Rolle vereinsamter, untergetauchter, deprimierter Parias zugewiesen, und man erwartete von ihnen, dass sie „vom Angesicht der Erde verschwinden“. Inzwischen machen sie überall einem neuen Phänomen Platz: In der ganzen Welt tauchen verheiratete Priester aus der Versenkung auf, um in der Kirche ihren angestammten Platz einzunehmen.

Oft beginnt es damit, dass sich verheiratete Priester mit bestimmten Zielsetzungen zu kleinen Gruppen zusammenfinden: Gegenseitige Hilfe in geistlicher, emotionaler und materieller Hinsicht. Sie wollen Bewusstsein wecken in der Kirche durch das Eintreten für einen frei gewählten Zölibat und die Priesterehe. Sie mühen sich aber auch um ihre ihnen eigene Spiritualität als verheiratete Priester.

Solche Gruppen gibt es auf der ganzen Welt.

Bewegungen auf nationaler Ebene

  • Ein bemerkenswertes Beispiel für eine solche Interessensvertretung ist die Corpus-Organisation (Corps of Reserve Priests United for Service) in den USA. Corpus begann seine Arbeit 1974, als ein US-amerikanischer Bischof erklärte, Priester, die ihr Amt aufgäben und heirateten, hätten keinerlei Interesse an der Kirche. Solche aus dem „Ärmel geschüttelten“ Vorurteile waren überall zu finden und wurden von anderen Unwissenden nachgebetet. Im selben Jahr führte das National Opinion Research Centre (NORC) eine landesweite Befragung durch, die ergab, dass 79 % aller Katholiken einen verheirateten Priester als Gemeindepfarrer vorziehen würden. Inzwischen ist Corpus mit seinen mehr als 4000 Mitgliedern zu einer einflussreichen Stimme in der katholischen Kirche der USA geworden.
  • Der Zusammenschluss verheirateter Priester in Großbritannien nennt sich Advent. Diese Organisation besteht seit 1969. Pater Conrad Pepler stellte ihnen gegen das ausdrückliche Votum einiger Bischöfe das Sode House zur Verfügung, ein Konferenzzentrum und Exerzitienhaus der Dominikaner.
  • Eine der bekanntesten Zusammenschlüsse in England ist MOMM (Movement for the Ordiantion of Married Men), die hauptsächlich aus aktiven Priestern und Laien besteht, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Abschaffung des Zwangszölibats in der katholischen Kirche zu erreichen.
  • Weitere Gruppen gibt es in
    ·    Deutschland (Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen e. V.),
    ·    Belgien (zwei Gruppen),
    ·    Spanien (drei Gruppen),
    ·    Frankreich (drei Gruppen),
    ·    Italien (drei Gruppen).
    ·    Gruppierungen gibt es auch in Irland,
    ·    den Niederlanden,
    ·    Portugal,
    ·    Schweiz,
    ·    Tschechien,
    ·    Slowakei,
    ·    Brasilien,
    ·    Argentinien,
    ·    Kolumbien,
    ·    Haiti,
    ·    Kanada,
    ·    Malta,
    ·    Sri Lanka,
    ·    Puerto Rico,
    ·    El Salvador,
    ·    Südafrika,
    ·    Philippinen usw.  [1]
    ·    In Österreich haben wir solche Gruppen mit dem Arbeitstitel „Arbeitsgemeinschaft: Priester, ihre Frauen und Kinder“ in Wien, in Oberösterreich, in der Steiermark. In Salzburg und in Niederösterreich sind sie im Entstehen.

Internationale Bewegung

Die verheirateten Priester sind aber nicht nur in den meisten Diözesen organisiert, sondern auch weltweit vernetzt. Paolo Camellini hat das Verdienst, die Gruppen der verheirateten Priester, die sich seit den Dispensen Papst Johannes XXIII. gebildet hatten, aus ihrer Isolation heraus zu internationalen Treffen eingeladen zu haben. Es ging ihm um die Wiedereinführung des freiwilligen Zölibats in der katholischen Kirche durch Argumentation, Aktion und Dialog mit den kirchlichen Autoritäten.

Die internationale Bewegung breitete sich rasch über alle Kontinente aus. Die erste Synode der verheirateten Priester fand 1985 in Ariccia bei Castel Gandolfo mit 150 Priestern und ihren Frauen und Kindern statt. 14 Nationen waren dort vertreten. Koordinatoren waren Lambert van Gelder, ein holländischer Kirchen-Journalist, und der deutsche Theologe Heinz-Jürgen Vogels. Das Thema der Synode war die Vereinbarkeit von Priestertum und Ehe als zwei Sakramenten, die sich nicht gegenseitig ausschließen, und die Unverfügbarkeit des Charismas der Ehelosigkeit. Auf dieser Synode wurde auch die Gründung einer internationalen Föderation aller dort vertretenen Gruppen als ständige Einrichtung beschlossen.,

Der Inhalt dieser Gespräche sollte auch dem Papst mitgeteilt werden. Teilnehmer dieser Synode machten sich auf dem Weg zum Vatikan, um Bericht zu erstatten und die ausgearbeiteten Thesen zu überbringen. Leider wurden sie nicht vorgelassen. Der Pförtner meinte nur: „Ich kann euch nicht vorlassen. Die da drinnen haben Angst vor euch, weil sie keine Argumente haben“.

Die Treffen der Föderation hießen fortan Kongresse. Der erste fand zwei Jahre später wiederum in Ariccia (Italien) statt. Weitere folgten dann alle drei Jahre: 1990 in Doorn (Niederland), 1993 in Madrid (Spanien), 1996 in Brasilia (Brasilien), und 1999 in Atlanta (USA).

Neben den Kongressen setzte Camellini die Synoden fort, die so hießen, weil sie ein gemeinsames Glaubenszeugnis geben wollten. Die Synode in Assisi 1995 hatte die Familie als Hauskirche zum Thema. Die dritte Synode war 1999 in Atlanta im Anschluss an den Kongress. Hier ging es um die Kirchenreform von den Ursprüngen her, daher „Synode von Jerusalem“ genannt. Dieses Synodenpapier wurde dann auch dem Vatikan und allen Bischöfen zugesandt. [2]

Am 6. April 2001 ist Paolo Camellini im Alter von 71 Jahren gestorben. Er war der tiefsten Überzeugung, die auch wir teilen, dass er im Auftrag Christi gehandelt hat. Nach seinen Worten wollte er diese Mission für eine erneuerte Kirche durchführen.

 

Geschichte der Bildung der Nord-Atlantischen Föderation verheirateter katholischer Priester

 

Die ‚Vollversammlung der Internationalen Föderation verheirateter katholischer Priester‘ (IFMCP), die am 20. September 2002 in Madrid tagte, beschloss, dass regionale Föderationen in den einzelnen Kontinenten gegründet werden sollen. Diese Föderationen sollen dem Beispiel der bereits seit einigen Jahren existierenden Latein-Amerikanischen Föderation verheirateter katholischer Priester entsprechen.

Der Vorstand der Latein-Amerikanischen Föderation, die in drei Regionen aufgeteilt ist, schlug vor, dass die europäische Föderation sich auch in verschiedene Regionen untergliedern sollte, da Europa ebenso wie Latein-Amerika eine große Region ist, in der es beträchtliche Sprach- und Kultur-Unterschiede gibt.

Entsprechend dieser Anregung traf sich eine Arbeitsgruppe verheirateter Priester von Gruppen aus Belgien, Deutschland, Holland, Kanada und den Vereinigten Staaten in Antwerpen vom 29.11. bis 2.12.2002. Weil Nord-Amerika mit nur zwei Ländern (USA und Kanada) eine zu kleine Region ist, um eine eigene Föderation zu gründen, haben einige Vereinigungen in Nord-Amerika und Nord-Europa die Absicht ausgesprochen, eine „Nord-Atlantische Föderation verheirateter katholischer Priester“ zu gründen.

Das Ziel der neuen Föderation ist eine stärkere Konzentration auf die pastoralen Aufgaben in dieser Region, was effektiver möglich ist wegen des gemeinsamen kulturellen Kontexts dieser Länder. Da sie den Problemen der Menschen in Europa und Nordamerika näher ist, bedeutet die neue Föderation auch eine Chance, demoralisierte oder ruhende nationale Gruppen wiederzubeleben. Gleichzeitig wird die Nord-Atlantische Föderation eng mit der Internationalen Föderation zusammenarbeiten, wie auch den Dialog mit anderen internationalen Netzwerken, z.B. „Wir sind Kirche International“ (IMWAC) suchen. Ein solches Gleichgewicht zwischen regionalen und weltweiten Verbindungen ist unerlässlich.

Die Arbeitsgruppe hat am 1. Dezember 2002 eine Einladung an zehn Ländergruppen verschickt, sich dieser regionalen Föderation anzuschließen: nach Belgien, Deutschland, England, Frankreich-Nord, Irland, Kanada, Niederlande, Ungarn und USA. Bis zum 8. Januar 2003 haben alle Eingeladenen ihre Absicht bekundet, der Föderation beizutreten, außer Kanada und Frankreich-Nord, die noch nicht ihren Entscheidungsprozess abgeschlossen hatten.

Das Exekutiv-Komitee der Internationalen Föderation IFMCP wurde auf seiner Sitzung in Brüssel vom 10.-12. Januar 2003 durch seinen eigenen Vizepräsidenten für Nordamerika, Anthony Padovano, über die Nord-Atlantische Föderation informiert. Das Exekutiv-Komitee akzeptierte einstimmig die Existenz der neuen Föderation.

Deren Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern von Belgien, Deutschland, Niederlande und USA, kam anschließend am 12. Januar in Antwerpen zusammen, um einen Einladungsbrief zu entwerfen, diesen historischen Rückblick, die vorläufige Tagesordnung für eine erste Generalversammlung, und einen Entwurf der Statuten. All diese Materialien sollen geprüft, überarbeitet und approbiert werden von den Delegierten der angeschlossenen Länder, und zwar auf der Generalversammlung in Wiesbaden-Naurod vom 31. 8. – 3. 9. 2003.

Entwurf von Statuten
Die Nord-Atlantische Föderation verheirateter katholischer Priester verfolgt dieselben Ziele und stellt sich dieselben Aufgaben wie die Internationale Föderation verheirateter katholischer Priester. Sie strebt in erster Linie die Reform des kirchlichen Amtes und des Priestertums in einer erneuerten Kirche an. Dafür wendet sie sich den konkreten seelsorglichen Notwendigkeiten im kulturellen Umfeld ihrer Region zu.

Die Nord-Atlantische Föderation wird regelmäßige Treffen mit Delegierten der Gruppen zu ihrer Generalversammlung und gelegentlich eigene Konferenzen abhalten. Sie wird Englisch als ihre offizielle Arbeitssprache benutzen.

Die Nord-Atlantische Föderation wird an den Kongressen der Internationalen Föderation teilnehmen und in den dazwischen liegenden Jahren dem Exekutiv-Komitee der Internationalen Föderation Bericht erstatten zum Zwecke der Information und Zusammenarbeit. Die Nord-Atlantische Föderation ist ein konkreter Ausdruck der Subsidiarität und der Kollegialität innerhalb einer erneuerten Kirche.

Jede nationale Gruppe kann beliebig viele Delegierte zu den Treffen der Föderation entsenden, aber jede Gruppe hat bei Abstimmungen nur eine Stimme. Eine Versammlung ist beschlussfähig, wenn wenigstens die Hälfte der eingetragenen Mitglieder anwesend ist.

Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der Anwesenden und Abstimmenden gefasst.

Die Nord-Atlantische Föderation wird einen Präsidenten und einen Sekretär, der zugleich Schatzmeister ist, haben. Der Präsident ist Moderator der Versammlungen und der offizielle Sprecher der Föderation. Der Sekretär und Schatzmeister sorgt für Berichte, Protokolle, Korrespondenz und Rechnungslegung. Die beiden Vorstandsmitglieder werden mit einfacher Mehrheit für eine dreijährige Amtszeit gewählt. Wiederwahl ist möglich. Sie können abberufen werden durch eine Zwei-Drittel-Mehrheit aller eingetragenen Mitglieds-Gruppen.

Die Statuten werden mit Zwei-Drittel-Mehrheit der eingetragenen nationalen Mitgliedsgruppen angenommen und geändert.

 

Abschlusserklärung
Nordatlantische Föderation für ein erneuertes Priestertum
31. August bis 3. September 2003 in Wiesbaden, Deutschland.
Die „Nordatlantische Föderation für ein erneuertes Priestertum“ forderte auf ihrer Gründungsversammlung im Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden, vom 31. August bis 3. September 2003 ein Ende des Pflichtzölibats. Die Nordatlantische Föderation ist ein Zusammenschluss von Gruppen verheirateter Priester aus zehn Ländern: Belgien, Deutschland, Holland, Indien, Irland, Kanada, Österreich, Tschechien, Ungarn, Vereinigte Staaten. Zu dem Treffen waren Beobachter von zwei großen internationalen Netzwerken eingeladen: Vom Europäischen Netzwerk „Kirche im Aufbruch“ und der Internationalen Bewegung „Wir sind Kirche“. Andere Länder-Gruppen, aus der Schweiz und den Philippinen, und andere Organisationen hatten Solidaritätserklärungen geschickt, zwei Bischöfe, aus Deutschland und Indien, sandten Grußbotschaften.

Die Nordatlantische Föderation gehört zur größeren „Internationalen Föderation verheirateter katholischer Priester“ (IFMCP). Zur Gründungsversammlung, die jetzt in Wiesbaden stattfand, wurde am 8. Januar 2003 eingeladen. Der nächste Kongress, zu dem auch die interessierte Öffentlichkeit Zugang haben soll, findet vom 26.-29. August 2004 statt.

Die gegenwärtige seelsorgliche Krise der Kirche, welche die sexuellen Missbrauchsfälle hervorgerufen haben – vielleicht die größte ihrer Art in ihrer Geschichte – veranlasste die Delegierten der Gruppen dazu, einen von Herzen kommenden Brief an den Papst, die Bischöfe und alle Katholiken zu richten. Eine Solidaritätserklärung wurde auch dem neuen Erzbischof-Koadjutor von Dublin, Diarmuid Martin gesandt, der bei seiner Einführung zur Reform der katholischen Kirche und besonders zu einer Freistellung des Zölibats aufgerufen hat. Unterstützung wurde ebenfalls den 163 Diözesan-Priestern von Milwaukee zugesagt, die sich kürzlich für ein Ende des Pflichtzölibats ausgesprochen haben.

Der Pflichtzölibat wird von vielen als einer der wesentlichen Hintergründe für den massiven Missbrauch von Kindern und Frauen überall in der katholischen Kirche angesehen. Dieser Missbrauch am Volk Gottes hat nicht nur eine sexuelle, sondern auch eine seelsorgliche Dimension. Der Pflichtzölibat ist einer der Hauptgründe für den Mangel an Priestern und Seelsorgern, die dem Volk Gottes mit den Sakramenten und geistlicher Unterstützung dienen sollten. Die Freistellung des Zölibats würde zwar nicht alle Probleme im Leben der Kirche lösen, würde aber neue Energie, neues Leben und Heilung in eine Kirche bringen, die unnötigerweise durch ihre Selbstblockierung und ein Klima des Vertuschens belastet ist. Eine erneuerte Kirche mag auch dazu führen, dass Themen wie die Rolle der Frauen und alternative Lebensstile in einem anderen Licht gesehen werden.

Verheiratete Priester und Seelsorger haben weiterhin die Berufung, auf den geistlichen Hunger im Volke Gottes zu antworten. Dazu sind sie befähigt durch ihre Ausbildung, ihre Erfahrung an Gebet und Liebe, und weil sie vom Kirchenvolk akzeptiert werden als Christen, die authentisch leben und Mut gezeigt haben. Verheiratete Priester können nach dem Kirchenrecht Sakramente spenden an Gläubige, die in einer geistlichen Notlage leben – eine Notlage, die sich immer mehr verschärft, weil Priestermangel das Gottesvolk schwer belastet.

Die theoretisch zugegebene Vereinbarkeit von Ehe und Priestertum, von ehelicher, ja geschlechtlicher Liebe und Spiritualität macht das tatsächliche prophetische Zeugnis der verheirateten Priester und ihrer Frauen umso bedeutender. Teilnehmer merkten an, dass ein Leben in Gemeinschaft das wesentliche Zeugnis ist, das die Kirche der Welt zu geben hat, und dass eine weiter entwickelte Theologie des Priestertums das allgemeine Priestertum der Gläubigen einschließen und auf die konkreten Bedürfnisse der Gemeinden eingehen muss. Seelsorger und Gemeindeleiter müssen dem Volk Gottes Heilung, Befreiung, das Wort Gottes und soziale Gerechtigkeit, sakramentales Leben und geistliche Nahrung bringen. Die aus dem Dienst entlassenen Priester finden in ihrer Ehe, mit ihren Frauen und Kindern, eine Gnade Gottes, eine Quelle der Kraft für ihr Priestertum, Solidarität mit dem Volk Gottes und eine immer stärker fruchtbar werdende Erfahrung ihrer priesterlichen Berufung.

 

Brief an Papst Johannes Paul II.
der Nordatlantischen Föderation für ein erneuertes Priestertum

Wiesbaden-Naurod, 1. September 2003
Wir wenden uns an Sie, sehr verehrter Papst Johannes Paul II., und an Ihre Mitbrüder im Bischofsamt und an alle Gläubigen der römisch-katholischen Kirche.

Heiligkeit, wir halten Sie für einen starken Steuermann des Schiffleins Petri, der in der Lage ist, auch einen anderen Kurs zu steuern, wenn es nötig ist. Von Ihnen wird man die Änderung des Kurses akzeptieren, weil jeder weiß, dass Sie nicht dem Zeitgeist, sondern traditionellen Werten folgen.

I. Änderung des Gesetzes
Wenn wir, verheiratete Priester mit unseren Frauen aus dem nordeuropäischen und nord-amerikanischen Raum sowie anderen Ländern, Ihnen zutrauen, in der Gesetzgebung der Lateinischen Kirche die Zugangsbedingungen zum Priestertum zu ändern, so tun wir das in dem festen Glauben, dass Gott diese Änderung will und dass Sie bereit sind, den Willen Gottes zu tun.
Fünf Argumente sind es vor allem, die uns dieses Vertrauen eingeben: (1) Die Rechtsungleichheit zwischen Ost- und Westkirche in den Zugangsbedingungen, (2) der Priestermangel in der Westkirche, (3) die erschreckend vielen Fälle von Pädophilie unter Priestern der Westkirche, (4) die Argumente des Zweiten Vatikanischen Konzils, (5) und die Worte der Heiligen Schrift.

Dürfen wir Ihnen kurz die einzelnen Argumente erläutern?

  1. Es ist bekannt, dass die katholischen Kirchen der orientalischen Riten [3] kein Zölibatsgesetz kennen. Es ist niemandem verständlich zu machen, dass in einem Teil der katholischen Kirche in einer so zentralen Frage ein anderes Gesetz gilt als im andern Teil [4]. Ist die Gleichheit aller vor dem Gesetz nicht ein fundamentales Erfordernis jeder Gerechtigkeit und jeder Rechtsordnung? Katholische Gläubige sehen es auch als einen Widerspruch an, dass verheiratete ehemalige protestantische Geistliche zu Priestern des Lateinischen Ritus geweiht werden, während Tausenden zu Priestertum und Ehe berufenen Männern der katholischen Kirche weiterhin der Zölibat auferlegt wird.
  2. Der Rückgang der Priesterberufungen ist dramatisch und für sich genommen ein „Zeichen der Zeit“ [5], das wir deuten sollen. In Europa und Nordamerika sind oft mehr als ein Drittel der Pfarreien ohne eigenen Seelsorger. In den Ländern der katholischen Ostkirche beruft Gott verheiratete und unverheiratete Männer zum Priestertum, dort hört man auch nichts von Priestermangel: Ist es nicht selbstverständlich, dass Er auch in der Westkirche verheiratete Menschen beruft, die aber durch das Zölibatsgesetz abgehalten werden?
  3. Den schier unüberschaubaren Fällen von Pädophilie in den USA, Mexiko, Irland und vereinzelt auch in anderen europäischen Ländern stehen die 13.000 verheirateten katholischen Diakone in den USA gegenüber, unter denen kein einziger Fall von Pädophilie vorkam. Auch aus den katholischen Ostkirchen hört man nicht von solchen Fällen. Auch wenn das Fehlverhalten der Pädophilie nicht selten auch unter verheirateten Menschen vorkommt, sind die Zahlen aus den USA und den Ostkirchen doch ein starker Hinweis darauf, dass dort, wo den Klerikern die Ehe erlaubt ist, kriminelle Ersatzhandlungen weniger wahrscheinlich sind.
  4. Das Zweite Vatikanische Konzil hat im Dekret über „Dienst und Leben der Priester“ erklärt, dass „die vollkommene Enthaltsamkeit nicht vom Wesen des Priestertums gefordert wird“ [6], Sie selbst haben das in der Generalaudienz am 7. Juli 1993 wiederholt [7]. Kann man etwas, das nicht notwendig ist, gesetzlich fordern? Ein Gesetz muss notwendig sein, sagt die Theorie des gerechten Gesetzes, sonst ist es ungerecht.
  5. Die Heilige Schrift [8], das Konzil [9] und auch das Kirchenrecht [10] sagen: Der Zölibat ist ein Charisma, eine besondere Gnadengabe von Gott. Die Heilige Schrift sagt aber auch deutlich, dass diese Gnadengabe „nicht allen gegeben“ ist [11]: „Ich möchte zwar, dass alle so seien wie ich, aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere anders“, sagt Paulus [12]. Also kann der Empfänger der einen Gnadengabe, des Charismas der Ehe, nicht zum Empfänger der anderen, des Charismas der Ehelosigkeit, werden oder durch Gesetz dazu gemacht werden. Was Paulus nicht konnte, kann auch ein Papst nicht. Gegen Gottes Gnadengaben kann kein Gesetzgeber Gesetze machen, sonst überfordert er die Untergebenen, welche die Gnadengabe des Zölibats trotz Betens, zu dem das Konzil auffordert [13], nicht empfangen haben, sondern die Gnadengabe der Ehe.

II. Situation der verheirateten Priester und ihrer Frauen

  1. Wir selber haben am eigenen Leib und an der eigenen Seele erfahren, dass wir die Gabe der Ehelosigkeit nicht empfangen haben, wohl aber die Gabe der Ehe. Deswegen sind die meisten von uns Priestern durch Sie und Ihre Vorgänger vom Zölibatsgesetz dispensiert worden. Wer aber wegen Unfähigkeit zum Zölibat [14] durch päpstliche Dispens vom Zölibatsgesetz entbunden worden ist, ist nicht „untreu“ gewesen, wie manche Kardinäle und Bischöfe behaupten. Obwohl wir am Tag unserer Weihe Gehorsam gegenüber dem Gesetz versprochen haben, haben wir doch später unsere wahre Berufung erkannt und sind ihr gefolgt. Durch die Dispens haben wir die Bestätigung der höchsten Autorität der Kirche für unsere Berufung zur Ehe erhalten. Wir bitten Sie daher dringend, der Diffamierung unserer Berufung entgegenzutreten.
  2. Wenn wir Priester zur Ehe berufen sind, sind wir deswegen aber nicht weniger zum Priestertum berufen. Wir leiden unter dem Verlust unseres Amtes und sind mit unseren Frauen in der Ehe reifer und deswegen sogar noch geeigneter geworden, das Amt auszuüben. Wenn das Gesetz wie gesagt ungerecht und unerfüllbar für die nicht zum Zölibat Berufenen ist, dann war es das schon immer, und wir sind zu Unrecht aus dem Amt entlassen worden. Wir sind mit unseren 80.000 (andere Quellen sprechen von 100.000) dispensierten Mitbrüdern, die auch die vatikanische Statistik zählt [15], keine quantité négligeable. Diese Zahl ist vielmehr Ausdruck eines Struktur-Problems der Kirche, ja einer „strukturellen Sünde“, von der Sie in Ihrer Einheitsenzyklika als einer Möglichkeit sprechen, gerade im Verhältnis zu den Ostkirchen, die alle ein Zölibatsgesetz nicht kennen [16].
  3. Wir sind durch die Dispens keine Laien geworden und konnten es gar nicht werden, sondern wir bleiben nach dem Konzil von Trient Priester auf immer: Qui semel sacerdos, semper sacerdos [17]. Als solche sind wir Ihre Mitbrüder und erwarten, dass Sie uns ernst nehmen.

Wir grüßen Sie in caritate Christi zum Dienst bereit.

Für die Gruppen verheirateter Priester in
Belgien: E. Kuropatwa, Hugo van Pottelberge, Bert Peeters Deutschland: Ernst Sillmann, Theresia Kohl Irland: David Rice Kanada: Jack T. Shea Niederlande: H. de Jong, W. und Anny van der Velden Österreich: Dr. Ingolf Friedrich, Kevin Berrel Schweiz: Robert Lendi Tschechische Republik: Václav Divis Ungarn: Sándor Varga USA: William J. Manseau, C. Russell Ditzel, Anthony T. Padovano

 

 

Kongress der Nordatlantischen Föderation in Wiesbaden
So 31.8. bis Mi 3.9.2003

Neuer Name: North Atlantic Federation for a Renewed Catholic Priesthood
Deutsch: Nordatlantische Föderation für ein erneuertes Priestertum

Gewählter Vorstand:

Präsident: Jack Shea von Corpus NCR, Kanada
Sekretär: Lambert van Gelder, Niederlande
Kassier: Wim van der Velden von GOP, Holland

Exekutivkomitee:
Die 3 Mitglieder des Vorstandes und zusätzlich:
Simon Bryden-Brook von European Network (als Verbindung zu ihnen)
Anthony Padovano von Corpus, USA
Heinz-Jürgen Vogels, Deutschland
Russell Ditzel von Corpus, USA
Magda Peeters-van de Peer, Belgien

Ehrenpräsident: Albert Peeters von Inspraak, Belgien

Der Verlauf des Kongresses war (wider mein Erwarten – ich halte nicht viel von solchen Treffen) sehr gut und ermutigend/stärkend, wozu auch die anwesenden Frauen beigetragen haben. Arbeitssprache war Englisch. Da viele Nicht-Englisch-Sprechende dabei waren, bemühten sich die Amerikaner und Kanadier, einfach und vor allem deutlich zu sprechen, so dass auch die mitkamen, die nicht so der Sprache mächtig waren. Im Notfall übersetzte Vogels für die Deutschsprachigen. Dank Padovanos Bemühungen (er leitete die Treffen bis zur Wahl des neuen Präsidenten) konnten auch sehr auseinanderstrebende Meinungen unter einen Hut gebracht werden.
Das Thema des Montags (Vormittag und Nachmittag) war: „Priestertum und Heirat“. Zunächst sah es nach einer rein theoretischen Diskussion aus, wo meiner Meinung nach nicht sehr viel herausgekommen wäre. Durch einige persönliche Zeugnisse wurde die Sache dann lebendiger. Am Nachmittag kamen auch die Frauen zu Wort – ihr Schicksal war oft sehr bewegend. Ein Brief an den Papst wurde durchbesprochen und abgesandt. Ein Brief von 163 US-Priestern an ihren Bischof wurde besprochen, eine Solidaritätserklärung an sie geschickt.
Einige Vorschläge aus diesem Nachmittag:

  • Jedes Land soll sich und die Kirchenstruktur in ihrem Lande in Ministerium Novum vorstellen.
  • Jedes Land soll den Brief an den Papst mit einigen Kommentarzeilen an die Bischofskonferenz schicken.
  • Nächstes Treffen im kommenden Jahr wieder in Wiesbaden Do 26.8. bis So 29.8.2004 Treffen und Kongress (mit Übersetzung) – alle sind jetzt schon herzlich eingeladen.

Am Dienstag Vormittag war das Thema „Kirche und Sexualität“. Russell Ditzel (USA) und besonders David Rice (Irland) brachten Horrormeldungen über diverse sexuelle Missbrauchfälle durch Priester aus ihren Ländern. In den USA haben ursprünglich zwei Drittel der Bischöfe die Übeltäter gedeckt. In den 90er Jahren begannen die ersten Missbrauchfälle durch die Medien offenbar zu werden. Bis jetzt wurden über 1 Milliarde Dollar Wiedergutmachung gezahlt. In Irland kamen Missbrauchfälle besonders in den kirchlichen Erziehungsheimen vor – körperliche und seelische Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen. Die Regierung musste einen Fonds für die Auszahlung von Entschädigungen gründen; Millionen Pfund wurden bis jetzt ausbezahlt. Viel seelischer Schaden entstand auch durch die überstrenge katholische Lehre über Sexualität in den Schulen. In Kanada waren besonders die Eingeborenen-Kinder in den Umerziehungs-Schulen betroffen.
Eines ist mir dabei aufgefallen: In Ländern, wo die katholische, aber auch andere Kirchen besonders stark sind (USA, Irland) treten diese Missbrauchsfälle besonders häufig auf. Bei uns, wo seit dem 1.Vaticanum (1870) der Einfluss der Kirchen zurückgedrängt wurde (weil unsere Bischöfe nicht sehr glücklich über das Unfehlbarkeitsdogma waren), ist die Lage nicht so schlimm. Trotz des Falls Groer ist bei uns eigentlich erstaunlich wenig zusätzlich hochgekommen.
Am Dienstag Nachmittag wurden die Statuten beschlossen. Dann waren die Wahlen (siehe oben).
Als Ergänzung möchte ich noch kurz einige Gedanken des neuen Präsidenten Jack Shea anfügen (er war beim 2.Vaticanum dabei): ?Zwei Dinge sind wichtig – Dialog und Gebet um den Hl. Geist; der Hl. Geist ist immer für eine Überraschung gut; das Licht des Hl. Geistes ist wie eine Laterne: das Licht reicht immer nur bis zum nächsten Schritt und hilft uns nur dann, wenn wir weitergehen; wir haben die Zukunft in Händen.“
Am Mittwoch Vormittag ging es um die Folgerungen für uns und unsere Zukunft: wie können wir unser Priesteramt weiterhin ausüben. Meine Meinung dazu ist: wir müssen unterscheiden zwischen einer eher äußeren Funktion (Leiten einer Gemeinde, Verwaltung der Sakramente) und unserer Grund-Berufung (die Mitmenschen zu Gott führen). Unsere Funktion ist suspendiert (und wird es wohl bei den Älteren auch bleiben), die Berufung geht weiter. Und diese Berufung wird mich auch fallweise zwingen, Teile meiner ehemaligen Funktion auszuüben (Eucharistie, Sakramente).
Gegen 11 Uhr mussten Kevin und ich leider aufbrechen, um den Zug noch zu erreichen.

PS: Einige Homepages, die uns betreffen:

http://www.priester-ohne-amt.org/ Homepage der österreichischen Vereinigung
http://vereine.nwn.de/vkpf/ Homepage der deutschen Vereinigung verh. Priester
http://www.kath.ch/zoefra/ Schweizer Vereinigung der vom Zölibat betroffenen Frauen

[1] Die meisten dieser Angaben sind dem Buch „Kirche ohne Priester“ von David Rice, Lizenzausgabe bei Buchgemeinschaft Donauland Kremayr & Scheriau, Wien, 1990, Seiten 261 ff.
[2] Die Angaben sind entnommen dem „Mitteilungsblatt der Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen“, Jahrgang 18, Nr. 2, vom Mai 2001
[3] In ihrem Gesetzbuch, dem Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium (CCEO) vom 1.10.1990.
[4] Can. 277 § 2 des Codex Iuris Canonici vom 25. Januar 1983: „Die Kleriker sind… zum Zölibat verpflichtet.“ Die Bischofssynode von 1967 über „Gerechtigkeit in der Welt“ erklärte: „Die Kirche ist verpflichtet, Zeugnis zu geben für die Gerechtigkeit. Dabei erkennt sie an, dass jeder, der es unternimmt, zu den Menschen über Gerechtigkeit zu sprechen, zuerst selbst gerecht sein muss in ihren Augen.“
[5] Lk 12,56.
[6] Presbyterorum Ordinis 16.
[7] Documentation catholique 19.9.1993, S.760f.
[8] Mt 19,11f und 1 Kor 7,7.
[9] Presbyterorum Ordinis 16, Anm..42.
[10] Can. 272 § 1.
[11] Gen 2,18: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“; Mt 19,11: „Nur die fassen es, denen es gegeben ist.“
[12] 1 Kor 7,7.
[13] In PO 16.
[14] Bei der Dispens muß geprüft werden, ob erkennbar war ’num candidatus reapse aptus esset ad vitam perpetuam ducendam in caelibatu Deo dedicato‘: Acta Apostolicae Sedis 72 (1980) 1132-35, hier 1134.
[15] Msgr. Simcic von der Kleruskongregation in Il Mattino vom 30.August 1991.
[16] Ut Unum Sint 34.
[17] Denzinger 964, DH 1774.

6 Gedanken zu „Die verheirateten Priester der römisch katholischen Kirche organisieren sich

  1. Einer der interessantesten Theologen unserer
    Zeit ist Dr. Eugen Drewermann, es geht mir
    nicht in meinen Verstand rein wieso die
    kath. Kirche ihm das Lehramt entzogen hat,
    sowas ist fatal und muss jedem scharf zu
    denken geben.

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    • Das Lehramt wurde ihm entzogen wegen seines Buches „Kleriker. Das Psychogramm eines Ideals“. Wer in unserer Kirche den Pflichtzölibat angreift, muss mit Sanktionen rechnen.

      Beliebt. Gefällt mir: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

    • chocholka, geschrieben am 15.07.2010, 18:04

      Danke für ihr Mail Je mehr Menschen unsere Anliegen vertreten, umso besser. Liebe Grüße und Gottes Segen.

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  2. Anita G., geschrieben am 20.05.2009, 22:50

    mein brief an kardinal schönborn bisher unbeantwortet!!!
    Anita G.

    Sg. Herr Bischof von Wien Kardinal Schönborn,
    Ich schreibe Ihnen als katholische Christin mit einem besonderen Anliegen das in den Augen vieler geändert gehört. Da Sie unser höchster Vertreter hier in Österreich sind wende ich mich an Sie. Ich bin seit meiner Kindheit Katholisch erzogen nur ich bin ich nicht konservativ ich bin modern katholisch. Ich liebe meinen Glauben auch wenn ich derzeit oft Zweifel habe das es der richtige ist. Überall fehlen Priester es werden Gemeinden zusammengeschlossen und trotzdem hält die Katholische Kirche am Zölibat fest…Das kann es doch nicht sein! Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Herr Bischof Zölitsch sage selbst einmal das der Zölibat nicht unbedingt notwendig wäre..Wieso weihen Sie Herr Kardinal Schönborn einen verheirateten Mann aus Wien mit 4 Kindern zum Priester und verwehren es anderen. Was ist denn an diesem Priester anders als 1000 andere. Wieso werden Priester wie Pfr. Friedl die sehr gute Seelsorger sind von ihrem Amt enthoben nur weil sie sich zu der Frau die sie lieben bekennnen. Oder glauben Sie wirklich das alle Priester in Österreich zölibatär leben weil es nicht erlaubt ist eine Lebensgefährtin zu haben.
    Ich denke wir sollen modern denken lernen. Wieso will der Papst Holocaustgegnern die eines der schlimmsten Verbrechen das es je gab leugnen wieder in die Kirche aufnehmen..Oder gar einen Weihbischof ernennen der sogar Mädchen als Ministrantinenn ablehnt. So geht die Kirche einen Schritt zurück und so fördert sie auch die Kirchenaustritte. Die Kirche ist nicht mehr modern.
    Ich als Frau sehe auch wenig Chancen für mich in der Kirche. Ich mache die Lesung doch immer nur Lesung ist mir zu wenig..Ich will mehr ich will auch als Frau die Möglichkeit haben das Evangelium und das Wort Gottes verkünden darum wäre es auch an der Zeit Frauen wenigstens zum Diakonamt zu zulassen. Sie sind unser Vertreter in Rom also handeln Sie endlich! Oder handeln sie erst wenn es zu spät ist..Überall fehlen Priester und die katholische Kirche ist so sturr. Was ist denn so schlimm an verheirateten Priestern mit Kindern? Haben Priester in den Augen kein Recht auf Liebe und Ehe. Und ist Sex wirklich eine so schlimme Sache die ihnen vorenthalten werden soll.
    Ich bin nur eine die Ihnen schreibt. Doch glauben Sie mir ich kenne viele! Ich bin auch eine Befürworterin von Wir sind Kirche. Und wir werden weiterkämpfen. Ich würde auch bis Rom gehen um unser Vorhaben durchzusetzen.
    Nur ich fühle mich nicht mehr wohl in diesem Glauben der immer merkwürdiger für mich wird. Holocaustgegner sind wohl harmloser als Priester mit Lebensgefährtin..solche werden wohl eher integriert als ein Priester der ehrlich ist und zu seiner Freundin oder Familie steht.
    Wenn Sie Gerhard Höbarth zum Priester weihen können dann können Sie dies in Zukunft bei anderen auch!
    Darum bitte ich Sie wachen Sie auf und unternehmen Sie etwas. Und schreiben Sie mir keine Antwort mit einer Erklärung und Paragraphen das Seitenlang ist das langweilt mich nur.
    Wenn ich in Wien leben würde würde ich ein persönliches Gespräch mit Ihnen suchen doch sie würden einen kleinen Fisch in der Menge nicht mal anhören.
    Kommen Sie runter von Ihrem Hohen Ross und handeln Sie.
    Ich erwarte mir Ihre Antwort!
    Hochachtungsvoll Anita Hirzinger.
    Bitte auch im Ihre persönliche Erklärung warum sie für oder gegen diese Entscheidung wären den Zölibat zu lockern oder Aufzuheben.
    Zu lockern wäre sicher auch eine Möglichkeit das jeder Priester frei entscheiden kann wie er leben möchte mit oder ohne Zölibat.
    Sie tun sich und unserer Kirche keinen Gefallen und Ihre lieben alten Herren in Rom auch nicht.
    Ich stamme aus Regensburg und mir ist Papst Benedikt auch von früher bekannt. Trotzdem sag ich nun nach den 4 Jahren in denen er Papst ist hat er mich mehr enttäuscht als erfreut. Ich finde es gehört frischer Wind in die Kirche ein junger dymanischer Papst der auch für Änderungen bereit ist.
    Für mich ist die Katholische Kirche der verlogenste Verein geworden den es gibt. Wenn es nicht Priester gäbe in Tirol und Bayern die modern und human sind und anders und die Menge noch begeistern können ich wäre schon längst altkatholisch oder in einer anderen christlichen Glaubensrichtung.
    Sie mögen mich nun für verrückt halten…Aber so wie ich denken sehr sehr viele in meinem Bekanntenkreis und Verwandtenkreis und wenn wir auf die Barikaden gehen würden..wir hätten bald viele Anhänger.
    Ich erwarte Ihre Antwort und wünsche Ihnen dennoch lieber Hr. Kardinal Schönborn ein schönes bevorstehendes Pfingstfest.
    Mfg
    Anita G.

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  3. Franz Fuchs, geschrieben am 11.01.2009, 16:33

    resignieren wäre falsch
    Es wäre sehr interessant, ob Sie auf den Brief an Papst Johannes Paul II von ihm oder der vatikanischen Behörde eine Antwort erhalten haben.

    Ich finde es ausgezeichnet, dass sich die verheirateten Priester auf einer Internetplattorm präsentieren. Obwohl ich öfters im Internet verweile, ist mir diese Site noch nie untergekommen.

    Mfg Franz Fuchs

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